Fair Raufen

Immer wieder gab es in den Pausen das Problem, dass Kinder, vor allem Jungs miteinander rauften und dabei keine Regeln einhielten. Einerseits ist es aus versicherungstechnischer Sicht nachvollziehbar, dass Raufereien in der Schule nicht gewünscht sind. Andererseits ist es ein Bedürfnis, vor allem bei Jungs, in körperlichen Auseinandersetzungen die Rangfolge auszumachen und auch zu überprüfen. Des Weiteren gibt es Kindern die Möglichkeit, ihren Körper zu spüren, sowohl die Kraft, die in ihnen steckt, als auch die Grenzen, wenn es nämlich weh tut.

Um ihnen eine Möglichkeit zu schaffen, dies auszuleben, habe ich nach einer entsprechenden Fortbildung bereits im letzten Schuljahr das Projekt „Fair Raufen“ ins Leben gerufen. Momentan sind 11 von 12 Teilnehmern aus der 1. und 2. Klasse männlich. Einmal die Woche treffen wir uns, bauen eine Arena aus Turnmatten und nach dem gemeinsamen Aufwärmen dürfen immer zwei Kinder drei Minuten lang gegeneinander kämpfen. Dabei sind folgende Regeln einzuhalten: Alle achten aufeinander, damit niemand verletzt wird, „Stopp!“ heißt sofort aufhören, schlagen, treten, beißen etc. sind verboten. Wer außen sitzt, muss die Matten sichern und schaut zu, dabei dürfen zwar Tipps gegeben werden, aber wir feuern nicht an.

Auch nachdem die anfängliche Vorsicht verschwunden war, achteten die Kinder immer auf die Unversehrtheit der anderen. Sehr aufmerksam sind die Jungs auch, wenn es um die Sicherung der Matten geht.

Und warum macht das JaS? Weil ich als JaS-lerin oft zur Konfliktlösung hinzu gezogen werde und häufig die gleichen Kinder involviert sind, die über das Projekt nicht nur lernen, wann kämpfen erlaubt und wann nicht , sondern auch ihre Kraft einschätzen lernen und Grenzen anderer zu respektieren. Am Ende werden die Kämpfe pädagogisch ausgewertet und Konsequenzen daraus in den Alltag transferiert.

Über den Sommer pausiert das Projekt und startet wieder ab Herbst 2020.